5 Wege wie du Geld bei deiner Fotografie verschwendest
1. Neue Kameraausrüstung kaufen
Das Gras wirkt auf der anderen Seite immer grüner. Der andere hat bestimmt mehr Megapixel, besseren Fokus, bessere Low-Light-Performance oder dieses eine Objektiv, das alles magisch aussehen lässt.
Und dann fängt es an. Du hast eine 1.8er Linse und denkst: „Okay, aber mit 1.4 sieht das bestimmt noch krasser aus.“
Und plötzlich ist der Warenkorb voll, obwohl du eigentlich nur kurz schauen wolltest.
Social Media macht es einem auch echt nicht leichter. Da wird ständig neue Ausrüstung gezeigt und man jagt ständig den besten Specs hinterher.
Ich sag’s ehrlich: Ich bin da selbst keine Ausnahme. Neue Sachen sehen einfach cool aus. Es fühlt sich an wie ein kleiner Motivations-Boost. So nach dem Motto: „Wenn ich das habe, dann fotografiere ich richtig durch.“
Aber in den meisten Fällen lohnt es sich nicht wirklich. Vor allem nicht, wenn dein Equipment noch ziemlich aktuell ist. Alles, was so in den letzten fünf Jahren rausgekommen ist, ist meistens schon richtig gut. Klar, es gibt Verbesserungen. Aber richtige Sprünge merkt man erst wenn die eigene Ausrüstung inzwischen releativ alt ist.
Und das Verrückte ist: Am Ende sind viele Fotografen sowieso meistens mit einer Kamera und einem Objektiv unterwegs. Ich zum Beispiel nutze meistens 35 mm. Vielleicht noch ein 85 mm dazu. Mehr brauche ich eigentlich nicht.
Trotzdem… wie fast jeder andere Fotograf habe ich natürlich mehr Zeug als nötig. Weil man sich halt einredet, man braucht es.
Dabei wäre es oft viel schlauer, das Geld nicht in die nächste Linse zu stecken, sondern in echte Erlebnisse. Fahr an einen spannenden Ort. Geh raus. Such dir ein cooles Event.
Ich selbst habe seit fast einem Monat nicht mehr wirklich fotografiert, weil mich meine Umgebung nicht anspricht. Besser wäre es also auch für mich selbst mich an einen Ort zu bringen, wo ich das Geld das ich in meine Ausrüstung gesteckt habe auch wirklich zum Einsatz bringe.
2. Abos die man zu unregelmäßig nutzt
Kennst du diese Abos, die du irgendwann mal abgeschlossen hast, weil du dachtest: „Ja klar, das brauche ich auf jeden Fall!“ Und dann… nutzt du es ungefähr so oft wie ein Fitnessstudio im Januar.
Genau so läuft das bei vielen Fotografen mit Bildbearbeitungs-Software.
Zum Beispiel Lightroom. Super Programm, keine Frage. Aber ich habe schon so oft gehört: „Ja, ich hab das Abo… aber ich bearbeite eigentlich nur nach dem Urlaub ein paar Bilder.“ Und dann passiert das vielleicht drei- oder viermal im Jahr.
Der Rest der Zeit? Läuft das Abo einfach weiter. Monat für Monat. Dein Konto zahlt brav, während Lightroom wahrscheinlich allein im digitalen Dunkeln sitzt und sich fragt, ob du noch lebst.
Und das ist halt wirklich eine klassische Art, Geld zu verschwenden, ohne es richtig zu merken. Weil es fühlt sich nicht an wie ein großer Kauf. Es sind ja „nur“ ein paar Euro im Monat.
Aber über ein Jahr? Oder über mehrere Jahre? Da kommt plötzlich eine Summe zusammen, von der du dir locker ein richtig schönes Objektiv oder sogar eine Fotoreise gönnen könntest.
Das Problem ist nicht die Software. Das Problem ist, wenn du sie so unregelmäßig nutzt, dass sie eigentlich mehr kostet als sie bringt.
Und das passiert nicht nur bei Lightroom. Das gibt es an vielen Stellen. Cloud-Speicher, Data Recovery, irgendwelche fancy Tools, die man einmal ausprobiert und dann nie wieder öffnet.
Dabei gibt es auch gute Alternativen. Wenn du nur ab und zu bearbeitest, ist ein Programm mit einmaliger Zahlung viel entspannter. Zum Beispiel Luminar Neo. Das ist einfacher zugänglich und du zahlst nicht jeden Monat weiter. Du kaufst es einmal und fertig. Dann ist es auch nicht schlimm, wenn du mal ein paar Monate gar nichts machst.
Oder wenn du nur ganz wenig brauchst: Im Internet gibt es sogar kostenlose Bildbearbeiter, die für Basics völlig reichen. Hier kann man z.B. Affinity nenne.
3. Zubehör Kleinkram
Es gibt eine ganz besondere Art, Geld bei der Fotografie zu verlieren. Nicht mit einem großen Knall, sondern ganz leise und im Hintergrund. So leise, dass du es erst merkst, wenn dein Konto irgendwann fragt: „Sag mal… was machst du da eigentlich?“
Zubehör Kleinkram sind die ganzen kleinen Sachen, die man sich „mal eben“ bestellt. Für zehn Euro hier, fünfzehn Euro da. Klingt erstmal harmlos. Ist ja kein neues Objektiv für 2000 Euro, oder? Man fühlt sich fast richtig vernünftig.
Und genau da liegt die Falle.
Denn dieser ganze Kleinkram summiert sich über die Zeit wie ein Schneeball, der plötzlich zur Lawine wird. Und das Schlimmste: Viele dieser Dinge bringen deiner Fotografie ungefähr so viel wie ein Regenschirm in der Wüste.
Ich nehme mich da gar nicht raus. Ich habe zum Beispiel an meiner Fuji X100VI eine Gegenlichtblende dran. Sie sieht wirklich schick aus. So ein bisschen „Leica-Look“. Aber wenn ich ehrlich bin… sie macht meine Fotos nicht besser. Ich könnte exakt die gleichen Bilder auch ohne sie machen. Aber hey, fancy fühlt sich halt manchmal gut an.
Und dann gibt es sooo viele unterschiedliche Filter. Ich weiß nicht, wie oft ich schon Nachrichten bekommen habe von Marken, die wollen, dass ich den neuesten ND-Filter vorstelle.
Und ich denke mir jedes Mal: Leute… ich habe in den letzten acht Jahren vielleicht fünf Situationen gehabt, wo ich wirklich einen ND-Filter gebraucht hätte. Das kann ich an einer Hand abzählen.
Klar, wenn du Landschaft fotografierst, ist das nochmal was anderes. Aber für viele von uns ist es einfach nur ein weiteres Teil, das irgendwann in einer Schublade wohnt und Staub sammelt.
Und dann kommen diese Mini-Gadgets. Kleine Helferlein, die irgendwie cool wirken. Ein winziger Griff, ein neues Case, ein Organizer für Filter, die du eigentlich nie benutzt. Man kauft sogar Zubehör, um das Zubehör besser zu sortieren. Das ist schon fast Kunst.
Die Möglichkeiten sind endlos. Wirklich. Du könntest dein ganzes Leben damit verbringen, Kamera-Zubehör zu shoppen, ohne ein einziges Foto zu machen.
Und das Gemeine ist: Viele Fotografen sagen stolz: „Ich kaufe nicht ständig neue Objektive, ich bin nicht so verrückt.“ Aber dann kaufen sie jede Woche irgendein kleines Teil, weil es ja nur zehn Euro sind.
Und zack… bist du trotzdem in der gleichen Geldfalle.
Am Ende ist die Wahrheit ziemlich simpel: Das meiste Zubehör macht keine besseren Fotos. Es macht nur deine Tasche voller. Und dein Konto leerer.
4. Objektive die sich zu ähnlich sind
Ein richtig teurer Fehler in der Fotografie passiert nicht bei der Kamera selbst, sondern bei den Objektiven. Und zwar dann, wenn man anfängt, Objektive zu sammeln, die sich eigentlich fast gar nicht unterscheiden.
So nach dem Motto: „Ich brauche unbedingt noch eins… nur ein kleines bisschen anders.“ Zum Beispiel 35 mm und 40 mm.
Ich hab beides ausprobiert, einfach weil mich interessiert hat, ob dieser Unterschied wirklich so riesig ist, wie manche behaupten. Es gibt Leute, die sagen: „40 mm fühlt sich viel natürlicher an, das ist komplett anders als 35!“
Und ich saß da und dachte nach ein paar Tagen: Ähm… ehrlich? Nein. Der Unterschied ist so klein, dass du ihn im echten Leben kaum merkst. Es ist nicht so, als würdest du plötzlich völlig neue Fotos machen. Niemand schaut dein Bild an und sagt: „Wow, das ist definitiv mit 40 mm gemacht, das sieht man sofort.“
Das ist wie zu sagen: „Ich brauche zwei Paar Sneaker, weil eins ist minimal weißer.“
Wenn du dich mit 35 mm wohlfühlst, dann bleib dabei. Wenn du lieber 40 magst, super. Aber du brauchst nicht beide. Kein Fotograf steht ernsthaft da und sagt: „Oh nein, diese Szene geht nur mit meinem 40er, mit dem 35er wäre das unmöglich!“
Und das ist nicht nur bei diesen Brennweiten so. Es geht weiter: 40 und 50. 50 und 55. Oder du hast ein Zoom, das bis 70 mm geht, aber dann denkst du: „Ich brauche trotzdem noch ein 85 mm, weil… vielleicht.“
Vielleicht ist das gefährlichste Wort in der Fotografie.
Und dann kommt noch die Sache mit der Blende. Das ist der nächste Klassiker. Viele machen sich verrückt: 1.4 oder 1.8?
Ich kenne das so gut. Ich hab damals selbst ewig recherchiert, Tests geschaut, Vergleiche gesucht als ich mir mein 85mm gekauft habe.
Und am Ende ist die Wahrheit ziemlich langweilig: Der Unterschied ist winzig. In einem Blindtest sehen die meisten Leute das nicht mal.
Natürlich gibt es kleine Vorteile bei 1.4. Aber die sind so minimal, dass du dafür oft andere Nachteile bekommst: mehr Gewicht, mehr Größe, mehr Geld.
Und jetzt stell dir vor, jemand kauft einfach beide. Ein 85 mm 1.8 „für normal“ und ein 85 mm 1.4 „für den Fall, dass man es mal braucht“.
Am Ende brauchst du keine fünf Objektive, die alle fast gleich sind. Du brauchst eins, das du wirklich nutzt. Eins, mit dem du rausgehst, Fotos machst, Momente einfängst. Denn ein Objektiv bringt dir nur etwas, wenn es an der Kamera ist. Und nicht, wenn es zu Hause liegt und nur dein Konto traurig macht.
5. Sammlung an Presets & LUTs
Eine richtig fiese Geldfalle für viele Fotografen, besonders am Anfang, sind Preset-Sammlungen.
Du kennst das bestimmt: Du scrollst durch Instagram, siehst diese perfekten Bilder mit traumhaften Farben, alles wirkt wie ein Kinofilm. Und dann schaust du auf deine eigenen Fotos und denkst: „Warum sieht das bei mir nicht so besonders aus?“
Und genau in diesem Moment kommt jemand um die Ecke und sagt: „Kein Problem! Kauf einfach meine Presets! One Click und du hast den Look auch!“
Klingt wie Magie. Ist aber meistens eher wie ein Zaubertrick, bei dem am Ende nur dein Geld verschwindet.
Vor allem als Anfänger ist das super verlockend, weil man noch nicht genau weiß, wie Bildbearbeitung wirklich funktioniert. Man denkt, Presets sind die Abkürzung. So eine Art Foto-Fertig-Pizza: rein in den Ofen, zack, Meisterwerk.
Ich sag’s ehrlich: Ich habe selbst mehrere hundert Euro für Presets ausgegeben. Verschiedene Packs, verschiedene Fotografen, immer mit der Hoffnung: „Okay, DAS ist jetzt bestimmt das eine Preset, das alles verändert.“
Spoiler: War es nicht.
Die meisten Presets haben auf meinen Fotos einfach nicht gut ausgesehen. Mal waren die Farben zu komisch, mal die Hauttöne grün, mal sah alles aus, als wäre das Bild in Apfelsaft getaucht.
Das Problem ist: Presets funktionieren nicht wie ein universeller Filter für jedes Foto. Jedes Bild hat anderes Licht, andere Farben, andere Stimmung. Und ein Preset kann das nicht einfach wegzaubern.
Und noch schlimmer: Wenn du nur Presets benutzt, lernst du die Grundlagen nie richtig. Du kopierst Einstellungen, ohne zu verstehen, was da überhaupt passiert. Du hoffst einfach, dass es irgendwie klappt.
Aber fast jeder Fotograf, der wirklich besser werden will, landet irgendwann an dem gleichen Punkt: Man setzt sich hin, lernt die Basics, probiert aus, versteht Farben, Kontraste, Licht.
Und irgendwann baut man sich seine eigenen Presets.
Das klingt erstmal langweilig, aber es ist der Moment, wo du wirklich Kontrolle bekommst.
Ich weiß, das ist ein bisschen ironisch, weil ich selbst ja auch Presets verkaufe. Aber zum einen biete ich Masken an, die du auf dein Foto Baukasten-Mäßig draufsetzen kannst und selbst entscheidest was sinnvoll ist und was nicht.
Außerdem habe ich ein komplettes Video dazu erstellt wo ich dir das Handwerkszeug gebe, dir diese Masken selbst zu bauen. Meine Presets sind daher eher eine Zeitersparnis und Quality of Life für Leute die nicht selbst bauen wollen und nicht eine “1 Klick Zaubertrick” Lösung.