Diese Fotos haben eine unglaubliche Gemeinsamkeit
Alle Fotos von: “https://ippawards.com/”
Wenn wir uns diese genialen Fotos anschauen, dann werden die meisten sehr schnell feststellen: “Wow, das sind verdammt gute Fotos”.
Wenig überraschend ist es daher wahrscheinlich, wenn ich dir sage, dass all diese Fotos einen Wettbewerb gewonnen haben oder zumindest zu den Finalisten gezählt haben.
Die wirklich unglaubliche Gemeinsamkeit ist aber eine andere… All diese Fotos verbindet das Kamerasystem mit dem sie aufgenommen wurden. Und dabei handelt es sich nicht um das professionellste Equipment das man kaufen kann, sondern genau das Gegenteil.
All diese Fotos sind iPhone Fotos.
Ich will im folgenden aber keine “Gear does not matter” Diskussion starten. Zum einen ist mir das Thema zu offensichtlich und überdiskutiert, zum anderen gibt es darin viele Nuancen und das Fass will ich hier nicht auf machen.
Daher ein paar andere spannende Beobachtungen zu den Fotos.
Beobachtung #1: Jeder versteht sich auf Bildbearbeitung
Fast alle Fotografen mit Gewinnerfotos scheinen eines gemeinsam zu haben: Sie kennen sich richtig gut mit Bildbearbeitung aus.
Das überrascht eigentlich nicht. Ein starkes Foto entsteht nicht nur in dem Moment, in dem der Auslöser gedrückt wird. Logischerweise ist ein spannendes Motiv trotzdem die Grundlage. Es gibt aber auch einen wichtigen zweiten Teil der Arbeit.
Bei vielen Gewinnern findest du kleine Profile mit Informationen über ihre Arbeit. Und genau dort zeigt sich ein interessantes Muster:
Einige geben Kurse zur Bildbearbeitung.
Andere arbeiten beruflich mit Fotos und bearbeiten täglich Bilder.
Manche haben einen Hintergrund als Foto-Editor oder professioneller Fotograf.
Das erklärt auch, warum viele der Gewinnerbilder so besonders aussehen. Die Fotos wirken zwar natürlich, aber eben nicht unbearbeitet.
Schaut man genauer hin, erkennt man oft Dinge, die ein Smartphone nicht einfach von allein erzeugt. Helle Bereiche sind perfekt kontrolliert, Schatten haben eine gewisse Tiefe und die Farben wirken bewusst abgestimmt. Das passiert normalerweise nicht per Zufall.
Es fehlt aber an konkreten Informationen, wie viel an jedem einzelnen Bild verändert wurde. Hier muss ich mit meinem Erfahrungsschatz etwas mutmaßen. Manche Fotografen greifen eher nur leicht ein, andere investieren deutlich mehr Zeit.
Fest steht: Kaum eines der Gewinnerfotos wirkt so, als wäre es direkt aus der Kamera veröffentlicht worden.
Das ist übrigens keine Kritik. Ganz im Gegenteil. Bildbearbeitung gehört heute genauso zur Fotografie wie die Wahl des Motivs oder der richtige Moment. Ein guter Fotograf sieht nicht nur, was vor der Kamera passiert. Er weiß auch, wie er das fertige Bild am Computer oder direkt auf dem Smartphone noch stärker wirken lassen kann.
Beobachtung #2: Selbst “alte” Smartphone Kameras machen gute Fotos
Eine Sache hat mich beim Anschauen der Gewinnerfotos wirklich überrascht. Ich war fest davon überzeugt, dass fast alle Bilder mit den neuesten iPhones aufgenommen wurden. Schließlich wird jedes Jahr von besseren Kameras, größeren Sensoren und neuen Funktionen gesprochen.
Die Realität sieht aber deutlich entspannter aus.
Ja, viele Gewinner nutzen aktuelle Modelle. Das ist auch logisch, denn moderne Smartphones bieten mehr Möglichkeiten. Trotzdem tauchen immer wieder Fotos auf, die mit Geräten entstanden sind, die heute schon als "alt" gelten.
Ein besonders starkes Bild wurde sogar mit einem iPhone X aufgenommen. Dieses Smartphone hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Trotzdem sieht das Foto auf den ersten Blick modern aus. Ohne nach einzelnen Pixeln zu suchen, würdest du wahrscheinlich nie vermuten, mit welchem Gerät es aufgenommen wurde.
Noch erstaunlicher: Auch ein iPhone 8 Plus war unter den verwendeten Smartphones zu finden.
Das gilt übrigens nicht nur für das iPhone. Wahrscheinlich lässt sich diese Erkenntnis auf fast jedes Smartphone einer bekannten Marke übertragen. Die Kameras haben in den letzten Jahren zwar Fortschritte gemacht, aber die Sprünge sind kleiner, als viele Werbeanzeigen vermuten lassen.
Mir ist außerdem aufgefallen, dass die meisten Gewinner gar nicht alle verfügbaren Kameras ihres Smartphones genutzt haben. Statt Ultraweitwinkel oder Telekamera kam meistens die Hauptkamera zum Einsatz.
Das ergibt Sinn. Die Hauptkamera besitzt in der Regel den größten Sensor und liefert dadurch die beste Bildqualität. Gleichzeitig hat sie eine Brennweite, die für unglaublich viele Situationen passt. Landschaften, Menschen, Straßen oder Architektur – alles wirkt natürlich und ausgewogen.
Natürlich gibt es Ausnahmen. Manche Gewinner nutzten auch die Telekamera, wenn ihr Motiv davon profitierte. Trotzdem entstand der Großteil der ausgezeichneten Bilder mit der ganz normalen Hauptkamera.
Beobachtung #3: Es gibt viele perofessionelle “Smartphone only” Fotografen
Eine Erkenntnis hat mich fast noch mehr überrascht als die Gewinnerfotos selbst: Es gibt erstaunlich viele Fotografen, die fast ausschließlich mit ihrem Smartphone arbeiten.
Natürlich kenne ich das aus dem Alltag. Die meisten Menschen fotografieren ohnehin mit ihrem Handy. Im Urlaub, beim Familienfest oder beim Sonnenuntergang ist das Smartphone meistens schneller zur Hand als jede große Kamera.
Was ich aber nicht erwartet hatte: Es gibt eine ganze Gruppe von Fotografen, die das Smartphone ganz bewusst als ihre Hauptkamera gewählt haben – und zwar nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus Überzeugung.
Beim Durchsehen der Profile der Wettbewerbsteilnehmer wurde schnell klar, dass viele von ihnen sich auf mobile Fotografie spezialisiert haben. Für sie ist das Smartphone kein Ersatz für eine "richtige" Kamera. Es ist die richtige Kamera.
Besonders spannend fand ich einen Fotografen, dessen Bilder sofort einen eigenen Stil hatten. Kräftige Farben, moderne Architektur und abstrakte Formen zogen sich durch fast alle Aufnahmen. Nach wenigen Bildern konnte ich schon erraten, von wem das nächste Foto stammt.
Nicht das teuerste Equipment sorgt für einen Wiedererkennungswert, sondern der eigene Blick auf die Welt.
Das Smartphone wird dabei einfach zum Werkzeug.
Manche konzentrieren sich auf Architektur.
Andere lieben Straßenfotografie oder Landschaften.
Wieder andere erschaffen fast schon grafische Kunstwerke mit Licht, Farben und Linien.
Obwohl alle dasselbe Grundwerkzeug nutzen, entstehen völlig unterschiedliche Bildwelten.
Das zeigt auch, dass Smartphone-Fotografie längst kein kleiner Nebenbereich mehr ist. Viele arbeiten auf einem Niveau, das locker für internationale Wettbewerbe reicht. Manche verdienen sogar ihren Lebensunterhalt mit genau dieser Art der Fotografie.
Das fand ich ehrlich gesagt motivierend. Zu oft denkt man, dass erst eine teure Kamera den nächsten Schritt ermöglicht. Diese Fotografen beweisen das Gegenteil. Sie investieren ihre Zeit lieber in ihren Blick für Motive, in Bildgestaltung und in ihren eigenen Stil.
Noch mehr zu den Gewinnerfotos aus dem Wettbewerb findest du hier: https://ippawards.com/winners/showcase